4 Stolpersteine für die Familie Engelberg und Osias Krumholz

Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Schkeuditz recherchieren aktuell zum Schicksal von insgesamt vier Personen. Zum einen wird die Projektgruppe der elften Klasse intensiv das Schicksal des Juden Osias Krumholz erforschen. Wie die Projektgruppe bisher u.a. durch Recherchen im Schkeuditzer Stadtmuseum und dem Staatsarchiv Merseburg herausfand, war der am 08.12.1891 in Uscieriky (ehemals Galizien) geborene, spätere Kaufmann Osias Krumholz einer von 6 Geschwistern des Vaters und Holzindustriellen Moses Krumholz. Zuletzt wohnhaft war Osias Krumholz in der Waldstraße 13, wo die Verfolgung durch die Gestapo begann. Am 20.07.1939 wurde er aufgrund seines jüdischen Bekenntnisses durch die Gestapo verhaftet und am 29.08.1939 über ihn die sogenannte „Schutzhaft“ verhängt. Anschließend wurde er am 10.10.1939 in das Konzentrationslager Buchenwald interniert und mit der Häftlingsnummer 8245 registriert. Es folgte die Internierung in Dachau am 24.10.1940, von wo er am 12.07.1941 zurück nach Buchenwald deportiert wurde, nachdem an ihm medizinische Experimente durchgeführt worden sind. Die genauen Hintergründe werden gerade von den Jugendlichen verifiziert. Aus Buchenwald wurde Osias Krumholz am 11.03.1942 in die NS-Tötungsanstalt Bernburg letztlich deportiert, wo er am 4. April 1942 ermordet worden ist. In der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Bernburg wurden insgesamt über 14.000 Menschen getötet.

Desweiteren forschen die Schülerinnen und Schüler zum Schicksal der jüdischen Familie Engelberg, bestehend aus Nathalie Engelberg, geborene Gutmann, ihrem Ehemann Heinrich Engelberg und der gemeinsamen Tochter Hildegard Engelberg, die zuletzt in der Merseburger Straße 5 in Schkeuditz wohnten. Die Recherchen stehen noch am Anfang, durch Dokumente aus dem Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen ist aber bereits bekannt, dass alle Mitglieder der Familie ihr Leben im Konzentrationslager Auschwitz verloren.

 

Scan Krumholz 2

Foto des Vaters Moses Krumholz

Karteikarte über die Besitztümer bei der Internierung in Dachau